Nach 60 gespielten Minuten lagen sich die SPREEFÜXXE in den Armen. Nach einer unterirdischen ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft in der zweiten Halbzeit ein komplett anderes Gesicht und gewinnt mit 26:25 (17:10) beim TVB Wuppertal.

Mit diesem Spiel könnte man das Phrasenschwein kräftig füllen:

„Hinten kackt die Ente” – „Einer vor reicht”. Alles würde irgendwie zur gestrigen Partie passen. Wahrscheinlich hätte man solche Begegnungen in der vergangenen Saison verloren, doch die Mannschaft von Trainerin Susann Müller zeigte am gestrigen Abend eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Nach zwei gespielten Minuten führten die SPREEFÜXXE mit 2:0 durch Tore von Vesna Tolic und Paula Förster. Dies sollte für eine lange die Zeit die letzte Führung im Spiel gewesen sein. Wuppertal kam nach und nach immer besser ins Spiel und kaufte den Berlinerinnen den Schneid ab. So stand es nach 13 gespielten Minuten bereits 10:6 und Trainerin Susann Müller war früh gezwungen die erste Auszeit im Spiel zu nehmen. Diese zeigte allerdings keine Wirkung, Wuppertal zog Tor für Tor weg und so ging man mit einem sieben Tore Rückstand in die Pause. Viele technische Fehler, gepaart mit einer schlechten Abwehrleistung gab den 100 Zuschauern in der Halle das Gefühl, dass die SPREEFÜXXE heute leichte Beute sind.

Doch wie schon oft in dieser Saison, zeigte die Mannschaft in der zweiten Halbzeit ein komplett anderes Gesicht, man kam wie verwandelt aus der Pause und kam Tor um Tor näher heran. Susann Müller stellte taktisch um, so dass man in der Abwehr nun mit einer 5:1 Abwehr agierte. Zudem gab Annabell Krüger im Tor der Mannschaft entscheidende Rückhalt, so dass nach 40 gespielten Minuten Simona Kolosove zum 16:20 verkürzte. Kurz danach musste die bis dato mit vier Toren treffsichere Anais Gouveia nach einer Roten Karte auf der Tribüne Platz nehmen. Das brachte die SPREEFÜXXE nicht aus dem Tritt und so war es passiert, nach 53 Minuten glich Susann Linke zum 23:23 aus. Wuppertal konnte zwar nochmals in Führung gehen, doch die Berlinerinnen hatten das Momentum nun auf ihrer Seite. Anna Blödorn netzte 20 Sekunden vor dem Ende zum 26:25 ein. Wuppertal kam zwar nochmal in Ballbesitz, doch brachte den Ball nicht im Tor unter.

Managerin Britta Lorenz nach dem Spiel: „Wir haben in der ersten Halbzeit eine ganz schlechte Leistung gezeigt. Trainerin Susann Müller hat in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden und die Taktik umgestellt. Diese taktischen Veränderungen brachten uns zurück ins Spiel. Das Team kämpfte bis zum Umfallen und glaubte zu jeder Zeit an sich. Ein Sonderlob gibt es von mir für die Einstellung des gesamten Teams in der zweiten Halbzeit. Herausragend waren wieder einmal Vesna Tolic und Susann Linke in der Abwehr wo sie tatkräftig von Linea Höbbel unterstützt wurden.

Durch den Sieg in Wuppertal verbuchen die SPREEFÜXXE die nächsten zwei Punkte auf ihrem Konto und stehen mit 16:4 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga.

Statistik:

C. Pagel, A. Krüger – S. Kolosove (5 Tore), A. Ansorge, V. Tolic (1), F. Kunde (3), L. Höbbel, A. Gouveia (4), A. Blödorn (2), S. Linke (4), L. Svirakova, B. Dekker (2/5), P. Förster (3), E. Eckardt

Zeitstrafen: Tolic (1) – Michailidis (1), Ruthenbeck (1), Bruggemann (1), Kamp (1)

Rote Karte: Gouveia (41. Minute)

SR: Janz/Sug

 

Foto: Alter Keeper