//SG H2Ku agiert in Überzahl nicht clever genug

SG H2Ku agiert in Überzahl nicht clever genug

„Das ging etwas in die Hose“, kommentierte Hallensprecher Siegfried Dierberger konsterniert die bittere Heimniederlage der SG H2Ku Herrenberg im Zweitliga-Derby gegen die Füchse aus Berlin. Mit 22:27 musste sich das Team von Hagen Gunzenhauser vor rund 500 Zuschauern in der Markweghalle geschlagen geben.

Eigentlich hatten sich die SG-Frauen mit einer miserablen Wurfausbeute eher selbst geschlagen: Pfosten, Latte – und vor allem die starke Füchse-Keeperin Natascha Faßold verhinderten den durchaus möglichen Heimerfolg. „Wir hatten genug Chancen, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen“, räumte ein enttäuschter Hagen Gunzenhauser nach dem Spiel ein.

Denn auch er hatte gesehen, dass die Berlinerinnen seine Mannschaft nicht an die Wand gespielt hatten. „Wir hatten in den entscheidenden Situationen den Kopf nicht bei der Sache und waren nicht diszipliniert genug“, lautete die erste Analyse von Gunzenhauser nach dem Spiel. Gästetrainer Christian Schücke freute sich auf der anderen Seite, dass sich seine Spielerinnen für die weite Anfahrt belohnt hatten. Auch wenn der Sieg in seinen Augen etwas zu hoch ausgefallen war. „Fünf Tore waren etwas viel, das hat der Spielverlauf nicht hergegeben“, meinte der Füchse-Coach.

Den besseren Start ins Spiel hatten auf jeden Fall die Hausherren: Nach einer Balleroberung von Marie Beddies in der Abwehr legte Sulamith Klein nach acht Minuten auf 4:3 vor, bevor Beddies selbst mit einem Doppelschlag das 6:3 (11.) erzielte. Die SG-Frauen versuchten, das Spiel in der Offensive schnell zu machen, woraus sich durchaus gute Chancen ergaben. So traf Anika Leppert nach einer Viertelstunde am Kreis zum 7:4.

Doch danach nahm die Abschluss-Misere ihren Lauf: Sarah Neubrander scheiterte mit einem Strafwurf an Faßold und Kerstin Foth traf nur die Latte. Nach einem Fehlwurf von Lisa Gebhard erzielten die Füchse durch die neunfache und nicht in den Griff zu bekommende Torschützin Anna Blödorn das 8:7 (22.) – und Hagen Gunzenhauser war sichtlich „not amused“. Fünf Sekunden vor dem Pausenpfiff war es Saskia Putzke, die per Siebenmeter in der Berliner Torfrau ihren Meister fand. So ging es beim 9:10 in die Kabinen – und eigentlich war ja alles noch völlig offen.

Nach dem Seitenwechsel erzielte Putzke mit zwei Treffern in Folge das 12:11 und nach dem 13:12 durch Sarah Neubrander spielten die Kuties in doppelter Überzahl. Zwar verwandelte Lea Neubrander einen Siebenmeter (36.) zum 14:12, doch ansonsten verpuffte der Vorteil, als Aylin Bok ebenfalls für zwei Minuten vom Feld musste – und nach einer Zeitstrafe für Foth waren es die SG-Frauen, die in doppelter Unterzahl spielten. So stand es kurz darauf 14:16 aus SG-Sicht. Für Hagen Gunzenhauser war das eine mitentscheidende Situation. „Da haben wir es versäumt, uns in doppelter Überzahl abzusetzen“, so der SG-Coach. Allerdings war auch auffallend, dass die Berlinerinnen in Unterzahl immer wieder geschickt auf Zeit spielten. Da konnten die SG-Anhänger noch so laut Zeitspiel reklamieren, es ließ die beiden Unparteiischen Andreas Briese und Kim von der Beek aus Köln unbeeindruckt. Und für Gästecoach Schücke war klar: „Wir lassen in Unterzahl den Ball so lange laufen, bis die Schiedsrichter die Hand heben“ – und das dauerte dann eben mal ungewohnt lange.

Außerdem gingen die SG-Frauen weiterhin fahrlässig mit ihren Chancen um. Beddies scheiterte frei am Kreis an Faßold, während Gebhard kurz danach erneut einen Lattenknaller verbuchte. Klar vergebene Chancen. Hinzu kam dann noch ein Stürmerfoul in Überzahl durch Lea Neubrander, was von den Gästen mit dem 21:19 (55.) bestraft wurde. Zwar nahm Gunzenhauser nach einer letzten Auszeit noch die Torhüterin aus dem Spiel, um das Spiel vielleicht doch noch zu drehen. Doch einem weiteren Ballverlust folgte das 19:23 (58.), und zum Schluss wurde es richtig bitter, als die Füchse in der letzten Minute bis auf 27:22 davonzogen.

SG H2Ku Herrenberg: Joelle, Lide, Elbert (alle im Tor), Kussmaul, Klein (3), Bok (1), Sarah Neubrander (2/1), Foth, Effinger, Lea Neubrander (6/4), Gebhard (2), Putzke (4/1), Beddies (3), Leppert (1)

Füchse Berlin: Faßold und Krüger (beide im Tor), Kunde, Estermann (2), de Beer (4/1), Eber (6), Blödorn (9/4), Sposato, Trumpf, Mrozinski, Förster, Magg (5), Weier (1)

2018-02-05T14:08:19+00:00 Februar 5th, 2018|Pressberichte|0 Kommentare

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